Darstellungsziel

Unser Ziel ist es, die Erfahrungen der damaligen Soldaten nachzuerleben. Deshalb beschränken wir uns nicht nur auf die Darstellung von "Schlachten und Gefechten", sondern versuchen während unserer Treffen ganzzeitlich wie vor 200 Jahren zu leben. Unsere Schwerpunkte liegen dabei auf den folgenden Bereichen:
 
Montierung und Ausrüstung
 
Unsere gesamte Ausrüstung entspricht den originalen Vorschriften und Uniformschnitten des 19ten Jahrhunderts. Was nicht in diese Zeit gehört, wird einfach weggelassen. Das Infanteriegewehr wird zum Beispiel nur mit den damals gebräuchlichen Mitteln gereinigt, ebenso die übrige Ausrüstung und Montierung. 
 
Lager, Bivouac und Einquartierung
 
Wir verwenden nur das, was wir auf dem Marsch mitnehmen können. Also haben wir, wie die preussischen Soldaten damals auch, keine Zelte. Doch zu unserem Glück gibt es Stroh und manchmal sogar Material, um eine Laub- oder Strohhütte zu bauen. Das liest sich im ersten Moment "unangenehmer" als es ist. Mit einem großen Lagerfeuer, einer Wolldecke und/oder einem Mantel läßt es sich beschwerdefrei schlafen, ohne Krank zu werden. Feuer entzünden wir mit Schlagstahl und Zunder. Wenn wir besonderes Glück haben, gibt es auch feste Quartiere wie Dachböden, Scheunen oder Kasematten. Wir halten uns - auch bei heißem Wetter - an die Bekleidungssitten der Zeit: Kopfbedeckung, Halsbinde und Karmisol (eine Weste) oder Kollet. Die frohe Stimmung in unserer Gruppe, auch durch Gesang und Gedichte, läßt uns vermeintliche Unbequemlichkeiten nicht merken.
 
Verpflegung
 
Gekocht wird mit der Ausstattung der damaligen Zeit, also Kochgeschirre und Eisenblechkanne, welche ans Feuer gestellt werden. Grillrost, Dreibein und ähnliche Campingausrüstung brauchen wir nicht. Ihr Gewicht würde uns auf dem Marsch ohnehin nur unnötig belasten. Unser Kommissbrot, nach den damaligen Vorschriften gebacken, ist sehr schmackhaft. Ebenso entsprechend der erhaltenen Vorschriften, kaufen wir die Portionen an Brot, Fleisch, Gemüse (als Gemüse galten damals auch Graupen und Reis) und regionales Obst der Saison erst kurz vor den Veranstaltungen, um ohne Verpackungsmaterial auskommen zu können. Ist ein Bauernhof, ein Markt oder eine Marketenderei in der Nähe, wird durch den Zukauf von z.B. Eiern und Butter die Verpflegung aufgebessert. Nutella und ähnliches, kommt bei uns nicht ins Kochgeschirr.
 
Exerzieren
 
Exerziert wird nach dem Reglement für die Königlich Preussische Infanterie, Ausgabe 1812.
Hierbei werden zuallererst die richtige Grundstellung und die richtigen Wendungen eingeübt. Erst danach wird der Umgang mit dem Infanteriegewehr eingeübt. Später kommen dann alle möglichen Evolutionen und Bewegungen hinzu. Auf das Tiraillieren und die geschlossene Bajonettattacke legen wir, wie unser König und Herr, gleichsam großen Wert.
 
Militärische Etikette
 
Während der (öffentlichen) Darstellung verhalten und sprechen wir uns der damaligen Sitte nach an und geben hierbei auf die entsprechenden Honneurs besonders Acht. Ein „eh du da“ wird man bei uns nicht hören.